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Die Löffelordnung

Die Teilnahmebedingungen der Lange-Löffel-Gruppe des Diakonischen Fördervereins der Ev. Stephanus-Gemeinde in Berlin-Zehlendorf e. V.
1. Grundsätzliches
Die Lange-Löffel-Gruppe ist eine überschaubare Gemeinschaft, deren Mitglieder sich in gegenseitiger Verantwortung unterstützen, einander Hilfestellung geben und füreinander einsetzen, wenn es die jeweilige Situation erfordert. Für diese freiwilligen Dienste erhalten die Ehrenamtlichen Zeitpunkte bzw. Löffel – die Bezeichnung unseres Verrechnungsmittels – die sie je nach Bedarf später für sich selbst, für ihren Partner, ihre Kinder oder ihre Eltern einlösen können.
2. Der Löffel-Status
Alle Ehrenamtlichen mit einem Zeitkonto und alle Betreuten unseres Projektes gehören zu den Langen Löffeln – unabhängig davon, ob sie Mitglied im Diakonischen Förderverein sind oder nicht. Voraussetzung ist, dass sie die Regelung der Löffelordnung per Unterschrift akzeptiert haben. Zurzeit besteht für die Aktiven keine Pflicht und für diejenigen, die Löffelleistungen in Anspruch nehmen, die dringende Empfehlung, in den Diakonischen Förderverein bei selbstgewählter Beitragshöhe einzutreten.
3. Die Löffel-Aktivitäten
3.1   Die Langen Löffel unterstützen Senioren im Rahmen des § 53 AO (Abgabenordnung) durch:
Loeffelchen Besuche (Gespräche. Vorlesen, Gesellschaftsspiele) in der Wohnung, im Seniorenheim oder im Krankenhaus
Loeffelchen Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, beim Schreiben von Briefen, bei Kontakten zu Behörden
Loeffelchen Begleitung bei Behördengängen, Arztbesuchen, Einkäufen, Spaziergängen, kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen etc.
Loeffelchen Sporadische bzw. einmalige Hilfen im Haushalt (auch kleinere Reparaturarbeiten)
3.2 Die Langen Löffel entlasten Pflegende Angehörige im Rahmen des § 53 AO durch:
Loeffelchen Stundenweise Betreuung des zu Pflegenden (Pflege bzw. Hauspflege kann von uns in diesem Zusammenhang jedoch nicht geleistet werden.)
3.3 Die Langen Löffel unterstützen Alleinerziehende und Familien in Notlagen im Rahmen des § 53 AO durch:
Loeffelchen Individuelle, entlastende Hilfen. (Es handelt sich hierbei allerdings nicht um Familienpflege. Der dafür nötige Umfang und die Regelmäßigkeit der Einsätze können durch Ehrenamtliche nicht abgedeckt werden.)
3.4 Weitere mit „Löffeln“ vergütete Aufgabenfelder innerhalb unseres Projektes:
Loeffelchen Bürodienst während der Sprechstunden
Loeffelchen Verwaltung der Zeitkonten
4. Das Zeitpunkte- bzw. Löffelsystem
4.1   Unsere Zeitverrechnungseinheit ist der „Löffel“. Für die geleisteten Arbeitsstunden inkl. Warte- und Wegezeiten, erhält der Ehrenamtliche zwei „Löffel“. Ab der ersten Einsatzstunde können, wenn erforderlich, auch halbe Stunden mit jeweils einem „Löffel“ vergütet werden. Arbeitsleistungen unter einer halben Stunde werden bei der Abrechnung nicht berücksichtigt.
4.2 Eine gestaffelte Bewertung der verschiedenen Aktivitäten unserer Angebotspalette gibt es nicht. Für die Höhe der jeweiligen Zeitgutschriften ist lediglich der Zeitaufwand der Freiwilligen maßgebend. Somit sind alle Arbeitsleistungen der Langen Löffel das Gleiche wert.
4.3 Eine Vergütung der Arbeitsleistungen bzw. der bereits erworbenen Zeitpunkte in Geld ist nicht möglich. Auch der private Verkauf der „Löffel“ ist untersagt.
4.4 Der Lange Löffel kann seine erarbeiteten „Löffel“
Loeffelchen für sich selbst
Loeffelchen für seinen Ehegatten oder seinen Lebensgefährten
Loeffelchen für seine Kinder oder seine Eltern
einlösen, wenn er oder die genannten Personen im Sinne des §53 der AO hilfsbedürftig sind.
4.5 Der Einsatz der Löffelguthaben ist immer dann möglich, wenn die gewünschte Leistung angeboten werden kann. Somit lassen sich durch die erworbenen Zeitgutschriften keinerlei Rechtsansprüche auf Hilfe und Unterstützung gegen den Verein ableiten.
4.6 Der Lange Löffel bekommt jeweils in dem Jahr einen Auszug seines Zeitkontos, in dem er aktiv gewesen ist und/oder eigene Zeitgutschriften eingelöst hat. Dieser dient der Überprüfung. Reklamationen können innerhalb von 21 Werktagen nach Zustellung berücksichtigt werden. Darüber hinaus kann natürlich jederzeit Einblick in das eigene Zeitkonto gegeben werden.
5. Das Löffel-Büro
5.1 Die Mitarbeiter des Löffel-Büros führen wöchentlich (Montag 17.30 – 19.30 Uhr) eine Beratungssprechstunde mit folgenden Aufgabenschwerpunkten durch:
Loeffelchen Beratung und Information für Menschen, die an unserem Leistungsangebot interessiert sind.
Loeffelchen Erstgespräche mit potentiellen Langen Löffeln, die sich im Rahmen unseres Projektes ehrenamtlich engagieren möchten.
Loeffelchen Begleitung und Beratung der Lange-Löffel-Mitglieder hinsichtlich ihrer ehrenamtlichen Arbeit oder der eigenen Betreuungsbedürftigkeit.
Loeffelchen Bei Bedarf wird den durch uns Betreuten bzw. ihren Angehörigen Hilfestellung bei der Organisation und Koordination ihrer Pflege- bzw. Betreuungssituation gegeben.
5.2 Weitere Aufgaben der Büro-Löffel:
Loeffelchen Koordination der Besuche/Einsätze der Freiwilligen (u.a. Annahme von Betreuungsaufträgen, Suche nach aktiven Löffeln, Kontaktvermittlung zwischen dem Aktiven und dem zu Betreuenden)
Loeffelchen Verwaltung der Zeitkonten (Verbuchung von Zeitgutschriften bzw. –Lastschriften an Hand der eingegangenen Löffelbögen)
5.3 Für den reibungslosen Ablauf des Bürodienstes ist die stichpunktartige Dokumentation aller Vorgänge im Protokollbuch unerlässlich.
5.4 Im Löffelbüro sollten immer zwei freiwillige Mitarbeiter beschäftigt sein, wobei der eine für die unter (5.1), der andere für die unter (5.2) genannten Aufgaben zuständig ist. Überschneidungen oder eine andere Aufteilung der Arbeit sind nach Absprache natürlich möglich.
Der Bürodienst wird genauso wie andere Löffelleistungen mit zwei Löffeln pro Arbeitsstunde vergütet.
6. Des Löffels Löffelei
6.1 Bevor der Lange Löffel löffeln kann, werden durch einen speziellen Fragebogen seine Daten erhoben. Dazu gehören z.B. die Aktivitäten, die er anbieten möchte. Seine Angaben werden für die Koordination der Löffeleinsätze in unserer Datei gespeichert.
6.2 Jeder Aktive bekommt eine Löffel-Card mit seiner Mitgliedsnummer. Sie dient der Legitimation gegenüber den zu betreuenden Personen. Außerdem wird ihm ein Einsatz-Ordner mit wichtigen Infos und den nötigen Formularen ausgehändigt. Als Nachweis der erbrachten Leistung dient der Löffel-Bogen. Dieser muss vom Betreuten unterschrieben werden und dann bis zum Ende des jeweiligen Quartals im Löffelbüro abgegeben werden.
6.3 Der aktive Löffel wird ggf. vom Löffelbüro gefragt, ob er die Betreuung eines Interessenten übernehmen könnte. Ist er nach ausreichender Aufgabenbeschreibung dazu bereit, erhält er Namen und Anschrift des Betreuten. Im Ausnahmefall kann der Erstkontakt auch durch die Mitarbeiter des Büros arrangiert und begleitet werden.
6.4 Über jede Löffel-Pause wegen Urlaubs, Krankheit oder längerer Abwesenheit ist das Löffelbüro zu unterrichten.
6.5 Der aktive Löffel darf von den betreuten Personen keine Gegenleistungen verlangen. Sollte er seinen Einsatz zur eigenen finanziellen Bereicherung missbrauchen, wird er aus der Aktiven-Datei gestrichen und sein Zeitkonto aufgelöst.
6.6 Der Lange Löffel unterliegt bezüglich seiner Aktivitäten und der sich daraus ergebenen Kenntnis über Krankheitsbild und persönliche Situation des Betreuten der Schweigepflicht. Die Verletzung derselben hat (unabhängig von weitergehenden Konsequenzen) auch hier die Streichung aus der Aktiven-Datei und die Auflösung des Zeitkontos zur Folge.
6.7 Während seiner Einsätze ist der Lange Löffel über den Diakonischen Förderverein unfall- und haftpflichtversichert.
6.8 Einmal im Monat haben die aktiven Löffel im Löffel-Café die Möglichkeit, miteinander zu reden, Organisatorisches zu vereinbaren, Informationen auszutauschen und Probleme ihrer ehrenamtlichen Arbeit zu besprechen.
6.9 Die Teilnahme an einem Einführungs- bzw. Lange-Löffel-Kurses ist für jeden Aktiven verbindlich.